Finanziert durch

Sponsoren Stiftung Natur und Umwelt RLP FÖG Streuobst Glücksspirale

Viele Streuobstbäume werden aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr beerntet. Innovation ist gefragt: neue Wege zur Nutzung traditioneller Obstvielfalt.

Standorte von Streuobst, Wildobst und Waldobst, die frei beerntet werden dürfen, können auf der Website mundraub.org eingetragen werden.

Obstallmende Mundraub
Obst-Allmende - gibt es das wirklich?

Mit der Initiative 'Mundraub' hat sich seit 2009 eine junge Volksbewegung entwickelt, die nach nicht genutztem Obst in der Landschaft sucht und diese Standorte über ihre Online-Plattform bekannt macht. Obst im öffentlichen Raum, vergessene und freigegebene Obstbäume werden als Allmende eingestuft. Wie das funktioniert beschreiben die 'Mundräuber-Regeln'.

4 Grundprinzipien sollen beachtet werden:

  1. Stellt vor dem Eintragen bzw. Ernten sicher, dass keine Eigentumsrechte verletzt werden.
  2. Geht behutsam mit den Bäumen, der umgebenden Natur und den dort lebenden Tieren um.
  3. Teilt die Früchte eurer Entdeckungen und gebt etwas zurück.
  4. Engagiert euch bei der Pflege und Nachpflanzung von Obstbäumen.

Die grundsätzlich tolle Aktion, um wieder Interesse an heimischen Früchten als gesundem Nahrungsmittel zu wecken, hat leider einen etwas irritierenden Namen. Denn Stehlen läßt sich nur in extremen Ausnahmesituationen legitimieren - im Normalfall ist es nicht gesellschaftsfähig. 

Obstbäume tragen treu und brav ihre Früchte - auch wenn keiner mehr nach ihnen schaut. Sehr viele sind tatsächlich 'vergessen' und werden immerhin noch von zahlreichen Tierarten genutzt. Viele Menschen werden dann sentimental und finden es traurig, dass gutes Obst so 'nutzlos' verfault - trotzdem sind alternative Konzepte dagegen rar!

Auf der Standortkarte MundraubMap finden sich sortiert alle gängigen Obstarten. Die Handhabung ist denkbar einfach. Automatisch drängt sich die Befürchtung auf, dass hier private Obstwiesen und Gärten einer schrankenlosen Beerntung preisgegeben werden. Der überwiegende Teil der Einträge umfasst tatsächlich Standorte in öffentlichen Flächen, an Straßen und Feldwegen, sowie Wildobst in Parks, Wald und Feldhecken.

Auch zur Nutzung alter und neuer Streuobst-Anlagen können im Rahmen dieser Aktion Kontakte aufgebaut und Kooperationen entwickelt werden!
Faktisch finden sich in Deutschland keine herrenlosen Obstbäume, da es auch kein herrenloses Land gibt - aber: Eigentum verpflichtet.

Informationen + Anregungen rund um die Initiative liefert das Mundräuber-Handbuch.